Pferdesportverein Neuburg - Voltigieren
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Bayerns Pferde 2/2009

 

Voltigierverein im Fokus: Pferdesportverein Neuburg a. d. Donau

 

Mit Fun voran!

 

Stress, Ehrgeiz und Leistungszwang gehören definitiv nicht zum Vokabular der Neuburger Voltigierer. Dagegen spielt der Fun-Faktor eine entscheidende Rolle. Dazu gehören auch Zeltlager und nächtliche Schlossbesichtigungen.

 

Ausbilderin und Vereisvorstadt Sabine Heilmayr betonte während des Interviews gleich mehrmals, wie gemütlich, familiär und Harmonisch hier alles funktioniert und dass eine fundierte Leistung auch mit purem Spaß am Sport erreicht werden kann. Mit dieser persönlichen Einstellung trainierte Sabine die Augsburger Voltigierer schon seit 1983 sehr erfolgreich und führte sie in den Jahren 1991 bis 1993 drei Mal zum Schwäbischen Meistertitel. Als Sabine 1997 einen neuen Verein suchte, in dem sie Voltigier- und Reitunterricht geben wollte, fand sie einen Verbündeten in ihrem langjährigen Wegbegleiter und Berufskollegen Anton Lageder, der sie prompt auf seine Reitanlage einlud. Anton war früher ebenfalls im Augsburger Reitclub tätig und hatte zwischenzeitlich eine Anlage in Neuburg a. d. Donau gepachtet. Für ihn bot sich das Voltigieren als ideale Ergänzung seines Reitbetriebes an. Außerdem hatte er seine Ausbildung zum Bereiter im schwäbischen Donauwörth auf der Hagenmühle absolviert und dort „die allerbestern Erfahrungen mit den Voltigierern gemacht.“ Besonders habe ihm der soziale Zusammenhalt mit viel Idealismus, die tolle Stimmung, die jugendliche Unbeschwertheit und Begeisterung für den gemeinschaftlichen Sport gefallen, wie Anton schwärmte.

 

Vereinsgründung mit Anlaufschwierigkeiten

Bei soviel Übereinstimmungen gab es keine Ausreden mehr und auf Antons Reiterhof wurde aus dem Nichts eine Voltigierabteilung gegründet. Es war kein Pferd vorhanden und keine Kinder. „Wir standen mit leeren Händen da und am Anfang war es unglaublich zäh, genügend Jugendliche für einen Voltigierbetrieb aufzutreiben. Wir haben enorm viel Basisarbeit und Werbung mir Schnupperkursen durchgeführt, um unsere ersten zehn Kinder für diesen Sport zu gewinnen. Diese Anlaufschwierigkeiten haben ca. drei Jahre gedauert“, berichtet Sabine. Anfangs wurden die Kids auf ihrem eigenen Pferd unterrichtet. Erst nach einem Jahr konnten die Kinder auf Kurtl wechseln, den Anton inzwischen für den Voltigiersport ausgebildet hatte und der heute noch für die II. Turniergruppe läuft. Im Jahr 2000 war die Durststrecke überwunden, die Voltigierer hatten sportlich dazugelernt, wollten den Breitensportbereich verlassen und auf Turnieren starten. Deshalb wurde eine Vereinsgründung notwendig – mit Sabine als 1. und Anton als 2. Vorstand. „ Die restlichen fünf Erwachsenen unseres Vereins haben fast alle einen Funktionärsjob“, lacht Sabine, „denn von unseren 60 Mitgliedern sind nur eine Handvoll volljährig“.

 

Fünf Gruppen auf zwei Pferden

Anton Lageder stellt den Voltigierern nicht nur seine Reitanlage mitsamt Halle zur Verfügung, sondern auch zwei seiner fünf Pferde. Somit besitzt der Verein keine eigenen Pferde, sondern finanziert neben dem üblichen Beitrag nur die turnierrelevanten Zusatzkosten, wie z.B. Impfungen. „Mit der Gesundheit unserer Pferde hatten wir noch nie Schwierigkeiten, denn wir passen auf sie auf und verheizen sie nicht – das ist schließlich Antons Kapital“, erläutert Sabine und fügt hinzu, dass er als Pferdewirtschaftsmeister natürlich mit großem Interesse die ständige Ausbildung und Korrektur übernimmt. Der neunjährige Waldgraf läuft für die I. Turniergruppe, während der 13-jährige Kurtl den Hauptteil der Voltigierstunden übernimmt und für die II. L-Gruppe, eine A-Gruppe und zwei Breitensportabteilungen eingesetzt wird. Aufgeschlossen zeigt sich Sabine zu einer Vergrößerung des Voltigierbetriebs: „Wir haben überhaupt keine Probleme mit Hallenzeiten und deshalb können wir soviel Gruppen und Trainingsstunden organisieren, wie es die Anzahl der Jugendlichen notwendig macht. Eine Warteliste führen wir nicht und somit sind wir stets aufnahmebereit. Falls wir noch ein zusätzliches Pferd benötigen, wird das von Anton entsprechend ausgebildet – da haben wir keinerlei Sorge.“

Damit der Zulauf nicht abreißt, veranstaltet Sabine in den Ferien Schnupperkurse. Ihre Zielsetzung: „Da bleiben immer welche hängen…“

 

Ausbilder und Training

Sabine trainiert beide L-Turniergruppen und kann dabei wertvolle praktische Erfahrungen als aktive Voltigiererin, Sportakrobatin und eine langjährige Tätigkeit als Longenführerin vorweisen. Sie ist geprüfter Reitwart, Trainer-B-Reiten und besitzt, agnz frisch, die Lizenz zum Ausbilder im Gesundheitssport.

Das Training der Turnierteams ist eher locker – nur die I. Turniergruppe trifft sich zweimal die Woche mit dem Pferd. Sabine umschreibt die Praxis der Kürgestaltung mit „einem fließendem Kompromiss zwischen den Ideen der Trainerin, den Vorstellungen der Voltigierer und den Grenzen, die das Pferd festlegt.“ Zusätzlich werden in den Ferien einige Übungseinheiten in der Turnhalle eingeschoben – Bodenturnen, Akrobatik und Trampolin stehen dabei auf dem Programm – und das natürlich mit viel Spaß.

Das A-Team und die zwei Breitensportgruppen betreut Maria Baumann, teilweise unterstützt von Franziska Koch. Beide Nachwuchsausbilderinnen stammen aus der ersten Voltigiergruppe, haben ihre Prüfung zum Longenführer bestanden und bereiten sich schon mal auf ihre spätere Tätigkeit vor. Maria wird 2009 ihre Trainerausbildung beginnen.

 

Spaß im Schloss

„Der Fun-Faktor spielt bei uns eine große Rolle und mit sportfremden Events halten wir unsere Voltigierer bei Laune. Jedes zweite Jahr wechseln wir uns ab und veranstalten entweder einen Ausflug nach Kiefersfelden oder ein Zeltlager“, erzählt Sabine über ihre Ferienaktivitäten. „In Kiefersfelden besuchen wir mit 30 Mädels Antons Lebensgefährtin, übernachten gemeinsam in der Turnhalle und veranstalten ein Geräteturnen mit Mattenspringen bis weit nach Mitternacht. Bei unserem Zeltlager kocht Anton österreichische Spezialitäten und anschließend gibt es eine nächtliche Schlossbesichtigung vom Gewölbekeller bis zum Dachboden mit Taschenlampe und Grusel. Unsere Mädels sind begeistert und motiviert für die kommende Saison – was will man mehr.“

Nach ihren Zielen befragt antwortet Sabine: „Wir möchten nächstes Jahr einen Aufstieg in Kl. M* schaffen – aber nur stressfrei, denn Harmonie und Spaß sind uns wichtiger als der Leistungsanspruch.“

Wolfgang Filser


Pferdesportverein Neuburg an der Donau e.V. | kontakt@psv-neuburg.de